we. are. visuell. about WAV

oft beginnt ein konventioneller künstlerischer arbeitsweg mit einer idee in irgendeiner beliebigen gedankenform. diese wird dann zu einem konzept weiter entwickelt, es werden materialen gekauft, das konzept umgesetzt, der idee gestalt verliehen. die idee die wav verarbeitet befndet sich links neben der haustür, ist vielleicht eine brachfäche am ende der stadt, ein verwaistes gebäude um die ecke, kalte architektur in der neustadt, der sperrmüllhaufen vom nachbarn oder die vergessene baustelle vor dem nächsten leerstehenden büro. beliebig, zufällig, oft unvorbereitet, gefunden… warum?

in einem konkreten moment beinhalten diese orte für uns die notwendigkeit der bearbeitung, veränderung, aneignung. das bedürfnis der aneignung folgt aus der auseinandersetung mit dem umfeld des ortes… wir nehmen einen ort oder das vorgefundene material in einer besonderheit war, die sich für uns aus einer subjektiven aufälligkeit zu seinem umfeld ergibt. wir versuchen in den ort einzutauchen, ihn zu erleben, um dann mit dem prozess vom hinzufügen, zweckentfremdeten und recyceln etwas auszuarbeiten mit dem wir in vergessenheit geratenene missstände, aktuelle themen, störfaktoren, absurditäten, kontraste manifestieren. die offenheit des produktes wird, durch die vorhandene ortsgebundene problematik, gelenkt; wird durch die stadt, ihre planung, das jeweilig bestehende soziale umfeld und manifestierte gesellschaftliche missstände eingeschränkt. weder das material, der ort, die idee, noch das ergebnis besitzen oder genießen irgendeinen artifziellen selbstzweck. unsere arbeitssweise ist, dem ort und material entsprechend, bewusst einfach und schlussfolgernd. sie wird ermöglicht durch die verwertungsgeselschaft, durch müll, ausgesondertes, scheinbar über füssiges. unsere vorgehensweise ist unserer arbeitsweise entsprechend. die gesellschaft ermöglicht uns konventionell im öffentlichen raum zu arbeiten.

wir können uns verhalten, wie jede andere ungesehene servicekraft, nur das wir das straßenbild nicht durch unsere tätigkeit täglich reproduzieren… auffällig bleibt dabei einzig unsere hinterlassenschaft. Unser anspruch an sie ist, dass sie den bewohnern einer stadt subtile fragen stellt. sie darf stören, sie darf auch erfreuen, auch verärgern. definitiv… im besten fall begleitet sie als irgendetwas durch den tag, weckt sogar aus dem alltag auf, inspiriert einen anderen blick auf ihre sich stetig verändernde stadt.

Felix Jung & Marc Einsiedel